Ortsgeschichte: Bernau ab 1800
| 1806 | Aufhebung des Klosters St. Blasien im Zuge der Säkularisation. Damit ist auch die Leibeigenschaft der Bevölkerung im "Zwing und Bann" von St. Blasien beendet. Nach über 500jähriger habsburgischer Herrschaft fällt dieses noch rein katholisch geprägte vorderösterreichische Gebiet an das Großherzogtum Baden. |
| nach 1807 | Viele Einwohner finden Arbeit in der Gewehrfabrik und Spinnerei in den ehemaligen Klostergebäuden St. Blasiens. Auch im weiteren Umland sind Textil- und Eisenverarbeitung wichtige und von der Regierung geförderte Arbeitgeber. |
| Mitte 19. Jh. | Hungerjahre, allgemeine Armut, Bettlerunwesen, Auswanderungen. Bernau ist der bevölkerungsreichste Ort der ganzen Umgebung. Bis zu vier Familien teilen sich ein Haus. Oft werden Küche und Stube von allen Parteien gemeinsam genutzt. |
| 1839 | Der Maler Hans Thoma wird im Ortsteil Oberlehen geboren |
| 1848/49 | Revolution in Baden. Ein Teil der Revolutionstruppen unter Hecker zieht über Bernau, übernachtet hier und erhält hier viel Unterstützung und Gefolgschaft. Bernauer eignen sich in St. Blasien Gewehre an und nehmen die Amtskasse mit. Für mehrere Bewohner folgen Strafmaßnahmen; der Bürgermeister erhält eine Zuchthausstrafe. |
| Mitte 19. Jh. | Auswanderungen nach Amerika. Viele Bernauer Händler lassen sich in der Westschweiz nieder. Heimarbeit. |
| ab 1870 | Starke Bautätigkeit in Bernau |
| 1882 | Ein verheerendes Hochwasser zerstört fast alle Brücken im Tal und schädigt Straßen, Wege und viele landwirtschaftliche Nutzflächen. |
| 1870 -1907 | Das großherzogliche badische Herrscherpaar Friedrich I. und Luise weilen mehrfach in der aufstrebenden Kurstadt St. Blasien und besuchen auch Bernau. |
| 1909 | Prof. Hans Thoma, zwischenzeitlich Leiter der Kunstakademie und Gründer der staatlichen Majolika-Manufaktur in Karlsruhe, wird zum Ehrenbürger der Gemeinde Bernau ernannt |
| 1922 | Das Wasserkraftwerk "Wacht" wird von einer Gesellschaft unter Beteiligung der Gemeinde Bernau erbaut und versorgt die Gemeinden Bernau, Präg und Herrenschwand mit elektrischer Energie |
| seit ca. 1930 | Bernau entwickelt sich mehr und mehr zu einem Fremdenverkehrsort, Feriengäste werden in Gaststätten und Privatbetrieben beherbergt |
| 1931 | Aufhebung der "abgesonderten Waldgemarkung St. Blasien" und Vereinigung mit den benachbarten Gemeinden. Der damaligen Gemarkung Außertal werden 358 ha Fläche in den Bereichen Zipfelwald und Wäldemle zugeschlagen |
| 1934 | Die Gemeinde Bernau als Einheitsgemeinde wird aus den früher selbständigen Ortsteilsgemeinden Innerlehen, Hof, Dorf, Riggenbach und Außertal gebildet |
| 1939 | Bildung der neuen Gemarkung Feldberg. Bernau gibt im Bereich Herzogenhorn/Glockenführe/Graf enmatt ca. 30 ha Fläche an die neue Gemeinde Feldberg ab, bleibt jedoch Eigentümerin der Grundstücke |
| 1948 | Gründung des "Hans-Thoma-Kunstmuseums" durch Bürgermeister Dr. Ludwig Baur |
| 1949 | Als Heimatfest zu Ehren von Hans-Thoma findet der erste "Hans-Thoma-Tag" vor dem Geburtshaus im Ortsteil Oberlehen statt |
| 1950 | Verleihung des ersten "Hans-Thoma-Staatspreises" des Landes Baden-Württemberg an Prof. Albert Haueisen, Meisterschüler von Hans Thoma |
| 1953 | Wiederaufbau der in den letzten Kriegstagen abgebrannten Krunkelbachhütte |
| 1960 | Der erste Skilift in Bernau wird in Betrieb genommen (Schnellpendellift am Köpfle, Eigentümer Oskar Lehr, Schwetzingen) |
| 1966 | Das "Hans-Thoma-Kurhaus" wird im Ortsteil Innerlehen erbaut |
| 1968 | Die Gemeinde kauft die im Jahr 1940 an das Land Baden veräußerte Krunkelbachhütte zurück |
| 1969 | Bernau beteiligt sich am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" und gewinnt auf Bundesebene eine Goldmedaille |
| 1972/ 1988 | Abschluss einer Feldflurbereinigung Abschluss einer Waldflurbereinigung |
| ab 1975/1982 | Die ersten Betriebe siedeln sich im neu erschlossenen Gewerbegebiet "Weierle-Ost" an. 1982 wird Bernau Landessieger im Wettbewerb "Arbeitswelt im Städtebau" |
| 1975 | Gemeindereform in Baden-Württemberg / Bernau bleibt selbständig und in der Größe unverändert. |
| 1977 | Erwerb "Resenhof" und Eröffnung als heimatgeschichtliches Museum |
| 1992 | Neubau Kurverwaltung, Erweiterung Hans-Thoma-Kunstmuseum, Umbau Rathaus |
| 1998 | Umbenennung in "Bernau im Schwarzwald" |
| 2003 | Bernau und Todtmoos richten die Schlittenhunde-Weltmeisterscha ften aus |
| 2003 | Umgestaltung und Einweihung des neuen Rathausplatzes mit Wappenskulptur in Granit |
| 2007 | Neubau "FORUM ERLEBNIS:HOLZ" |
| 2007 | Umgestaltung Kurpark |
| 2008 | Installation einer Beschneiungsanlage am Skilift "Spitzenberg" (1. Bauabschnitt) |
| 2009 | Energetische Sanierung der Hans-Thoma-Grundschule |
| 2010 | Anbau Aufzugsanlage für Tourist-Information und Hans-Thoma-Museum |

